Archive für April 2008

Don Rigsby & Midnight Call

Don ist der Bruder von Ron. Verwechseln kann man den Namen mal, klar, aber beide Brüder sind ausgemachte Bluegrassprofis und Don, nicht Ron, gastiert mit seiner Kapelle Midnight Call in Deutschland. Sie sind in Bühl gelistet beim Internationalen Bluegrassfestival (www.buehl.de) aber auch im renomierten Staatstheater Oldenburg (http://www.staatstheater.de/index.php?id=464). Dort spielen sie am So. 04.Mai. Wer das Staatstheater Oldenburg kennenlernen durfte, weiß welch exclusiver Rahmen dieser großartigen, exclusiven Musik gewidmet wird. Ich denke, daß alle Diskussionen verfehlt sind, die die Musik in eine Sparte, Schublade, Ecke oder sonstwohin stellen wollen, ob zu biersaufenden Möchtegerncowboys oder zu Prosecco kippenden Snobs. Beides ist falsch. Das großartige Publikum, welches letztes Jahr in Oldenburg Claire Lynch mit ihrer Kapelle feierte bewies, daß Bluegrass eine hervorragende Akzeptanz hat. Die Musik muß nur ein wenig aus der Nische heraus.

The Infamous Stringdusters auf Tour durch Deutschland

Wer kennt sie, oder vielleicht, wer kennt sie nicht, “The Infamous Stringdusters” aus den USA. Diese erstklassige Bluegrasskapelle, die sich aus jungen, hoffnungsvollen und virtuosen Nachwuchstalenten rekrutiert, hat mit ihrer ersten Tonträgerveröffentlichung gleich begehrte Preise (bei der IBMA) gewonnen. Verdient, wie die Fachpresse lobt. Wer diese großartige Truppe sehen möchte, braucht vielleicht nicht weit zu fahren. Denn u.a. sind sie in Bühl beim Internationalen Bluegrassfestival (s. www.buehl.de), aber auch anderenorts (im Osten z.B. im Theater der Lutherstadt Eisleben oder in Radebeul). Die Tourdaten könnt Ihr auf Deutsch auf Rainer Zellner´s Kontaktseite (http://www.musiccontact.com/) oder auf Englisch bei den Stringdusters selbst (http://www.infamousstringdusters.com/) nachlesen. Ich finde, es ist ein Muß, sie zu sehen.

Festivalliste 2008 auf www.ebma.nl online

Lesenswert ist immer wieder die Webseite der EBMA auf www.ebma.nl bzw. www.ebma.org. Dort ist jetzt die diesjährige Festivalliste - für Europa - online gegangen.

Was bringt uns das? Eine Menge, denn man kann sicherlich seine Urlaubsaktivität mit dem einen oder anderen Festival verbinden. Wenn das der Chef, die Frau, der Mann oder die Zöglinge zulassen.

Für Deutschland wird sich wohl endgültig der Abgesang auf das renomierte Neusüdendefestival (bei Oldenburg) einstellen. Die Szene arbeitet ganz offenbar im Untergrund. Hie und da gibt es Jamsession-Wochenenden und Musikertreffen, ganz unoffiziell und nur über informierte Kanäle abrufbar. Anderenorts ist man glücklicherweise mit den örtlichen Behörden auf gutem Weg Festivals zu fördern. Herausragend sind dabei das Bühl Bluegrass Festival (www.buehl.de) und das Rudolstädter Folk Festival.

In jeder Hinsicht spannend ist, was unsere europäischen Nachbarn liefern. Die Niederlande sind musikalisch hoch aktiv, was das Geschehen um das EWOB-Festival herum belegt. Unsere tschechischen und slovakischen Brüder im musikalischen Geiste haben schon lange Jahre dem Bluegrass eine würdige Heimstadt geliefert und so ist es - abgesehen von der Sprachbariere - ein Genuß an den vielfältigen Festivals und Konzerten teilzuhaben. Nicht verkannt werden dürfen die Skandinavier, bei denen sich ohnehin die akustische Musik eingenistet hat und wo auch der Bluegrass auf verschiedenen renomierten Festivals (Gräna, Törsaker, usf.) präsentiert wird. Die Briten und Iren sind seit jeher schon der Sprachnähe dem Bluegrass verbunden, und wer international bekannte Musiker sehen möchte kann das recht einfach bei einer Tour zum Didmarton Bluegrass Festival, in Omagh Folk Village Bluegrass Festival, auf dem Johnny Keenan Bluegrass Festival und bei einer Fülle ähnlicher Veranstaltungen haben. Selbst z.B. in Spanien findet man auf dem Al Raz Festival Bluegrass. In Frankreich sowieso (z.B. in Carponne sur Arzon).

Die Moral von der Geschicht. Deutsche, vergesst den Bluegrass nicht.

Ich würde mir jedenfalls mehr Engagement wünschen.

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